Klima-Sozialplan: Fahrradmobilität mitdenken 

Klima-Sozialplan: Fahrradmobilität mitdenken 

Berlin 8. September 2025

In der aktuellen Debatte über Mobilitätsmaßnahmen im Klima-Sozialplan liegt der Fokus bislang fast ausschließlich auf der Förderung von E-Autos. Mit dem Plan will die Bundesregierung einkommensschwache Haushalte beim Umstieg auf nachhaltige Mobilität unterstützen und so eine EU-Vorgabe umsetzen. Nachhaltige und zugleich kostengünstige Fahrradmobilität droht bei den Planungen dagegen außen vor zu bleiben. 

E-Bikes immer beliebter 

Dabei sind Fahrräder und insbesondere E-Bikes längst ein entscheidender und beliebter Bestandteil moderner Mobilität: Über 16 Millionen E-Bikes sind bereits in Deutschland unterwegs. Sie ermöglichen emissionsfreie, gesunde und energieeffiziente Fortbewegung – auch auf längeren Strecken und im ländlichen Raum. 

Doch gerade Menschen mit niedrigen Einkommen haben bislang kaum Zugang zu dieser Form der Mobilität. Laut Statistischem Bundesamt besaßen 2022 nur 4 Prozent der Haushalte mit Einkommen unter 1.250 Euro ein E-Bike, während es bei Haushalten mit über 5.000 Euro Einkommen 26 Prozent waren – ein Unterschied um den Faktor 6,5. 

Wahlfreiheit und soziale Gerechtigkeit 

Der Klima-Sozialplan bietet die Chance, mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen und einkommensschwache Haushalte gezielt zu unterstützen. Statt einseitig nur E-Autos zu fördern, sollte er Wahlfreiheit zwischen E-Auto- und Fahrradmobilität vorsehen. 

Gemeinsam mit ADFC, VSF und ZIV hat Zukunft Fahrrad konkrete Vorschläge für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen entwickelt: 

  • Förderung von Bikesharing 
  • Förderung von Fahrrad-Abos (vergleichbar mit Social Leasing bei E-Autos) 
  • Kaufanreize für Fahrräder 

Bereits 10 Prozent der jährlich im Klima-Sozialplan für Mobilitätsmaßnahmen vorgesehenen 500 Millionen Euro würden ausreichen, um unsere Vorschläge umzusetzen. Damit könnten schnell spürbare Entlastungen für Menschen mit geringem Einkommen geschaffen werden. 

Hintergrund zum Klima-Sozialfonds der EU: 

Der Klima-Sozialfonds der EU soll den fairen Übergang in die Klimaneutralität unterstützen. Soziale Härten durch die Ausweitung des Emissionshandels auf den Straßenverkehr und Gebäude ab 2027 im Rahmen des ETS II sollen durch geeignete Maßnahmen vermieden werden. Dafür stellt die EU den Mitgliedsstaaten in den Jahren 2026 bis 2032 insgesamt 65 Milliarden Euro zur Verfügung. In Deutschland sind das – inklusive 25 Prozent Eigenanteil – rund eine Milliarde Euro pro Jahr. 

Maßnahmenvorschläge zum Download  

Kontakt:
Mareike Schodder, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zukunft Fahrrad, Pressesprecherin
presse@zukunft-fahrrad.org | Tel. 0160 – 795 80 27

Bild von Deniz Caglayan/Unsplash


Zukunft Fahrrad vertritt die Interessen der innovativen Fahrradwirtschaft in Deutschland. Zu den über 100 Mitgliedern gehören Dienstleister, Hersteller, Anbieter von Soft- und Hardware der Digitalisierung, Händler sowie Zulieferer der Fahrradwirtschaft. Vom Start-up bis zum Global Player eint sie das Ziel einer ambitionierten und Radverkehr fördernden Verkehrspolitik. Zukunft Fahrrad setzt sich für die Transformation der Mobilitätswirtschaft in Deutschland ein und arbeitet daran, Deutschland als stark wachsenden und innovativen Standort der Fahrradwirtschaft zu einem internationalen Leitmarkt zu machen. Mehr Informationen unter www.zukunft-fahrrad.org.

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