Berlin, 2. September 2026
Wirtschaftsfaktor Fahrrad im globalen Wettbewerb
In der neuen Studie zur Fahrradwirtschaft in Deutschland des T3 Transportation Think Tanks im Auftrag von Zukunft Fahrrad wurden die Beschäftigungszahlen und Umsätze der Branche für das Jahr 2025 untersucht. 74.300 Menschen waren in den Kernbereichen Herstellung, Handel und Dienstleistungen beschäftigt. Der Gesamtumsatz in der Branche betrug rund 25 Milliarden Euro. Der genaue Blick zeigt: Die Herausforderungen der letzten Jahre sind noch nicht überwunden.
Die Nachfrage im Fahrradmarkt blieb im Jahr 2025 stabil, doch Unternehmen litten unter gestiegenen Kosten durch geopolitische Verwerfungen, Preisrückgänge und teilweise noch überfüllte Lager. Im Vergleich zum Jahr 2024 gingen Beschäftigung und Umsätze zurück, auch wenn das Niveau über den Vor-Corona-Jahren liegt.
Die Zahl der direkt in der Branche Beschäftigten sank von 76.700 auf 74.300 (Herstellung: minus fünf Prozent, Handel: minus drei Prozent), die Branche verzeichnete das zweite Jahr in Folge Rückgänge bei Beschäftigung und Umsätzen. Insgesamt sichert die Fahrradwirtschaft über 198.000 Arbeitsplätze – direkt, indirekt (durch bezogene Lieferungen und Leistungen) oder induziert (durch die Konsumausgaben der Beschäftigten).
Die Umsätze in der Herstellung sind um zwei Prozent gesunken, im Handel sanken sie um zehn Prozent. Der wachsende Service in den Werkstätten konnte Härten etwas abfedern. Gleichzeitig zeigt der Dienstleistungssektor eine gewisse Resilienz. Während das Dienstradleasing Umsatzrückgänge um zehn Prozent verzeichnet, erfreut sich das Geschäft mit wiederaufbereiteten, gebrauchten Rädern (Refurbishing) an Zuwächsen.
Standortpolitik und Infrastruktur sind die zwei großen Baustellen
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad: „Ohne politische Unterstützung bleibt der Markt anfällig. Nicht zuletzt der Wettbewerbsdruck aus China, das mit verdeckten Subventionen, Wechselkurs-Manipulationen und Angeboten unterhalb der Herstellungskosten in den Markt drängt und die Preise drückt, gefährdet die führende Position der deutschen und europäischen Fahrradwirtschaft. Eine wirksame Marktüberwachung und ein gestärkter Zoll sind für einen fairen Wettbewerb entscheidend, um die heimische Branche zu schütze und eine Marktübernahme wie etwa bei Solar- oder Batterietechnologien zu verhindern.“
Hinzu kommt: Frauen, Kinder, Jugendliche sowie ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen fahren weniger Fahrrad als noch vor einigen Jahren. Das zeigt die Studie Mobilität in Deutschland im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Das liegt auch an der mangelnden sicheren Infrastruktur, in die dringend investiert werden muss.
Wasilis von Rauch: „Wir sehen eine innovationsgetriebene, mittelständisch geprägte Branche, deren Produkte und Dienstleistungen auf eine hohe Nachfrage treffen. Sie sorgt für Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort – und bietet Lösungen für zahlreiche gesamtgesellschaftliche Probleme unserer Zeit. Es braucht starken politischen Willen für eine gesunde und effiziente Mobilität, die ja zudem deutlich kostengünstiger ist als die meisten Alternativen. Was die Branche braucht, ist Schutz vor unfairem Wettbewerb und eine Infrastruktur, auf der die Nutzerinnen und Nutzer mit den Produkten sicher unterwegs sein können.“
Downloads:
Branchenstudie zur Fahrradwirtschaft in Deutschland
Wirtschaftsfaktor im globalen Wettbewerb. Eine weitere Bergetappe für die Branche
Kontakt:
Mareike Schodder, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zukunft Fahrrad, Pressesprecherin
presse@zukunft-fahrrad.org | Tel. 0160 – 795 80 27
Transportation Think Tank T3: t3-forschung.de
Bild von Azmil Murad
Der Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad vereint mehr als 100 Unternehmen der Fahrradbranche, vom Start-up bis zum Global Player. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen macht die Branche Menschen und Betriebe mobil, schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Deutschland ist internationaler Leitmarkt und Innovationsstandort für Fahrräder und E-Bikes. Zukunft Fahrrad setzt sich dafür ein, diesen Vorsprung zu sichern und auszubauen. Mehr Informationen unter zukunft-fahrrad.org.
