Das steckt im Radverkehrshaushalt
Berlin, 28. November 2025
Heute ist der Bundeshaushalt für das Jahr 2026 verabschiedet worden. Für den Radverkehr stehen im kommenden Jahr knapp 600 Millionen Euro zur Verfügung.
Alexander Rosenthal, Leiter Politik beim Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad, kommentiert:
„Angesichts der herausfordernden öffentlichen Finanzlage sind 600 Millionen Euro für den Radverkehr auf Bundesebene ein vertretbarer Umfang – auch wenn die Fahrradmilliarde damit nicht erreicht wird.
Dass ein großer Teil der Mittel für den Radverkehr aus dem regulären Haushalt des Bundesverkehrsministeriums in den Klima- und Transformationsfonds verschoben wurde, muss mit kritischem Blick begleitet werden. Was zunächst nur ein technischer Schritt ist, kann praktische Bedeutung für die Mittelverwendung haben, unter anderem bei Ausgaberesten. Hier sollte der Gesetzgeber für Planungssicherheit bei den Kommunen und Bauunternehmen sorgen, indem die Mittel beim Radverkehr verbleiben und überjährig zur Verfügung gestellt werden.
Kürzungen bei Radwegen an Bundesstraßen
Es ist scharf zu kritisieren, dass in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses die Mittel für Radwege an Bundesstraßen kurzerhand um 20 Millionen Euro gekürzt wurden – von 120 Millionen Euro auf 100 Millionen. Der Bau von Radwegen an Bundesstraßen und die Sanierung der bestehenden Radwege, die teils in schlechtem Zustand sind, sind wichtig für die Verkehrssicherheit und für gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land. Die Mittel sind bislang sehr gut verbaut worden und im vergangenen Jahr vollständig ausgegeben worden. Noch dazu ist dies Infrastruktur, die in der direkten Verantwortung des Bundes liegt. Die Koalition hat eine Investitionsoffensive für Infrastruktur angekündigt. Die Entscheidung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier, an dieser Stelle zu kürzen, ist das exakte Gegenteil. In Anbetracht gestiegener Baukosten sind die Kürzungen noch kritischer zu betrachten. Im kommenden Jahr sollten die Kürzungen zurückgenommen und der Haushaltstitel insgesamt gestärkt werden.
Stadt und Land
Wichtig ist, dass das Förderprogramm „Stadt und Land“ weiterhin als zentrales Instrument für die kommunale Infrastruktur zur Verfügung stehen wird. In den vergangenen Jahren sind die Fördermittel immer besser abgeflossen, das Programm war teilweise sogar überzeichnet. „Stadt und Land“ ist bekannt, wird gut angenommen und ist ein wichtiger Baustein für eine leistungsfähige und zukunftsfeste kommunale Verkehrsinfrastruktur. Auch hier gilt, dass der Bund in den Folgejahren verlässlich weiterfinanzieren muss.
Förderung für gewerbliche E-Lastenräder
Für die Kaufprämie für gewerbliche E-Lastenräder sind im Jahr 2026 insgesamt 8 Millionen Euro im Klima- und Transformationsfonds vorgesehen. Die Anschaffung eines energieeffizienten Fahrzeugs für Gewerbe, beispielweise Handwerker oder Gastronomie, wird mit 25 Prozent gefördert, die maximale Fördersumme beträgt 3.5000 Euro. Damit stärkt die Bundesregierung weiterhin den Umstieg auf kosten- und energieeffiziente Fahrzeuge im Wirtschaftsverkehr.
Radverkehr und Fahrradwirtschaft stärken
In der Fahrradwirtschaft in Deutschland sind rund 76.000 Menschen beschäftigt und die Unternehmen haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 27 Milliarden Euro erwirtschaftet. Jeder Euro, der in Infrastruktur, Verkehrssicherheit oder in die Förderung energieeffizienter Fahrzeuge wie Lastenräder gesteckt wird, stärkt auch den Standort Deutschland als Leitmarkt für das Fahrrad. Zur Branche gehören Hersteller von Fahrzeugen oder Teilen, Händler oder Leasing-Anbieter genauso wie Hersteller von Abstellanlagen, Logistiker oder Beratungsangebote für betriebliches Mobilitätsmanagement.“
Kontakt:
Mareike Schodder, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zukunft Fahrrad, Pressesprecherin
presse@zukunft-fahrrad.org | Tel. 0160 – 795 80 27
Bild von Kienzler
Der Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad vertritt die Interessen der innovativen Fahrradwirtschaft in Deutschland. Zu den über 100 Mitgliedern gehören Dienstleister, Hersteller, Anbieter von Soft- und Hardware der Digitalisierung, Händler sowie Zulieferer der Fahrradwirtschaft. Vom Start-up bis zum Global Player eint sie das Ziel einer ambitionierten und Radverkehr fördernden Verkehrspolitik. Zukunft Fahrrad setzt sich für die Transformation der Mobilitätswirtschaft in Deutschland ein und arbeitet daran, Deutschland als stark wachsenden und innovativen Standort der Fahrradwirtschaft zu einem internationalen Leitmarkt zu machen. Mehr Informationen unter www.zukunft-fahrrad.org.
