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Allgemein Fahrradwirtschaft / Mobilitätswende Politik

vivavelo 2022: Branchenverbände fordern Sofortprogramm für Radverkehr und Fahrradwirtschaft

Berlin, 22. September 2022.

Die drei Branchenverbände Verbund Service Fahrrad (VSF), Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und Zukunft Fahrrad fordern anlässlich des vivavelo-Kongresses am 23. September 2022 eine nachhaltige Verkehrs- und Wirtschaftspolitik gegen die Energiekrise, für mehr regionale Wertschöpfung und für klimaresiliente Kommunen.

Die drei Branchenverbände sind sich einig: Bisher bleibt der Verkehrssektor eine Antwort auf die Klima- und Energiekrise sowie auf die verfehlten CO₂-Einsparziele schuldig. Die politischen Ziele für eine klimaverträgliche, energie- und ressourcensparende sowie sozialgerechte Mobilität können nur erreicht werden, wenn Radverkehr und öffentliche Verkehrsmittel ins Zentrum rücken. Dafür muss die Bundesregierung jetzt aktiv werden, konsequent in den Radverkehr investieren und durch gesetzliche Anpassungen das Fahrrad und die Fahrradwirtschaft fördern.

VSF, ZIV und Zukunft Fahrrad fordern in einem gemeinsamen Papier zum vivavelo-Kongress:

  • Ausbau der Radinfrastruktur: eine Milliarde Bundesmittel pro Jahr.
  • Steuerreform mit dem Fahrrad im Fokus: Klimagerechte Anpassung derMehrwertsteuer für Fahrradservices und -verkauf gemäß der neuen EU-Richtlinie auf den ermäßigten Satz (7%), Dienstrad-Leasing im Einkommenssteuergesetz verankern.
  • Reform von Straßenverkehrsgesetz und Straßenverkehrsordnung: mehr Gestaltungsfreiheit für Kommunen zur Förderung des Radverkehrs.
  • Strategie der Bundesregierung zur Fachkräftesicherung: unter anderem Stärkung des dualen Ausbildungssystems, die Aktivierung von ungenutzten Erwerbspotentialen sowie eine optimierte Zuwanderungs- und Integrationspolitik.
  • Bundesweites Programm zur Cargobikeförderung: inklusive Ausweitung auf weitere Gewerbe und Leasing, Erhöhung der maximalen Fördersumme.
  • Nachhaltiger Tourismus mit dem Fahrrad: unter anderem höhere und verstetigte Förderung des „Radnetz Deutschland“, Rahmenrechtssetzung zum Waldgesetz.

Uwe Wöll, Geschäftsführer VSF:
„Wenn wir die nachhaltige Verkehrswende vorantreiben wollen, kommt der Sicherung von Arbeits- und Fachkräften innerhalb der Branche eine zentrale Bedeutung zu. Denn es besteht ein Mangel in allen Bereichen. Dieser schwächt unsere erfreuliche Marktentwicklung und gehört zu den großen Herausforderungen der nächsten Jahre. Die Fahrradbranche hat so viele gute Argumente (Nachhaltigkeit, Mobilitätswende, Gesundheit, etc.) auf Ihrer Seite und ist in einem so hohen Maß zukunftsfähig. Es wird höchste Zeit, in gemeinsamen Kampagnen die Branche groß zu machen, um mehr Radverkehr zu ermöglichen und damit eine klimaverträgliche, ressourcensparende Mobilität.“

Wasilis von Rauch, Geschäftsführer Zukunft Fahrrad:
„Die Potenziale des Radverkehrs für Klimaschutz, lebenswerte Kommunen und den Wirtschaftsstandort Deutschland müssen endlich genutzt werden. Dafür braucht es ein umfassendes Maßnahmenpaket der Bundesregierung. Die jährliche Fahrradmilliarde macht den Weg frei für eine sichere Infrastruktur, bei der auch die Verknüpfung von Bahn und Rad verbessert wird. Im Zuge der laufenden Verhandlungen zum Jahressteuergesetz sollte außerdem das Einkommenssteuergesetze klimagerecht angepasst werden: Dienstrad-Leasing muss für Anbieter und Arbeitgeber rechtssicher geregelt werden. Das wäre ein deutliches Zeichen für die Menschen, dass nachhaltige und bezahlbare Mobilität gefördert wird.“

Burkhard Stork, Geschäftsführer ZIV:
„Mehr Rad im Alltag macht unsere Städte lebenswerter, schützt das Klima, ist gut für die Gesundheit. Genauso ist es auch in der Freizeit: Millionen Menschen lieben das Fahrrad und nutzen es für Ausflüge, Wochenendtrips und Urlaubsreisen. Das schafft Jobs in der Fläche, hilft bei der Entwicklung von Radverbindungen abseits der Städte. Bund, Länder und Kommunen haben hier in der Förderung von Tourismus und Naherholung eine große Aufgabe, der sie mit genug Engagement und Geld nachkommen müssen.“

Das Forderungspapier zum Download finden Sie hier.


Zum Kongress:
Der vivavelo-Kongress findet am 23. September 2022 von 9 bis 16 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin statt. Zu den Podiumsgästen zählen unter anderem Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, gleichzeitig Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand, Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes sowie Karola Lambeck, Radverkehrsbeauftragte im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Das Branchentreffen startet bereits heute Abend ab 18 Uhr mit dem vivavelo-Prolog am gleichen Ort.

Alle Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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Über den Verbund Service und Fahrrad (VSF): 
Der gemeinnützige VSF e.V. ist ein unabhängiger Fachverband der Fahrradwirtschaft. Zu seinen mehr als 320 Mitgliedern gehören Fahrradfachhändler, Hersteller, Großhändler, Dienstleister und ideelle Partner. Der VSF verfolgt das Ziel, die Rahmenbedingungen für den Fahrrad-Fachhandel in Deutschland zu verbessern und betreibt dafür Lobbyarbeit in vielen politischen Gremien und Organisationen. Zudem engagiert sich der Verband auf vielfältige Weise für eine radgerechte Verkehrspolitik. 

Pressekontakt: Melanie Harms-Ensink, Biegenstraße 43, 35037 Marburg
Tel.: +49 6421 8854 729, presse@vsf-mail.dewww.vsf.de
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Über Zukunft Fahrrad: 
Zukunft Fahrrad ist ein Zusammenschluss dynamischer und innovativer Unternehmen aller Bereiche der Fahrradwirtschaft: Dienstleister, Hersteller, Start-ups der Digitalisierung, Händler und Zulieferer. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Dienstleistungen. Als neue und etablierte Unternehmen in einem stark wachsenden und sich stetig verändernden Markt haben alle ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Mobilitätswende.

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Über den Zweirad- Industrie-Verband e.V.:
Der ZIV (Zweirad-Industrie-Verband e.V.) ist die nationale Interessenvertretung der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Fahrradkomponenten und Zubehör. Als Branchenverband vertritt er rund 100 Mitgliedsunternehmen gegenüber Gesetzgeber, Regierung, Behörden, Medien, Institutionen und Organisationen. 

Pressekontakt: Burkhard Stork, Reinhardtstraße 7, 10117 Berlin 
Tel.: +49 30 4397357 70, presse@ziv-zweirad.dewww.ziv-zweirad.de
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Foto von Alexandre Barbosa via Unsplash.