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Mobilitätsbudgets statt Dienstwagen fördern

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen fordert ein Bündnis aus Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, Allianz pro Schiene, Zukunft Fahrrad und Bundesverband CarSharing eine Alternative zu staatlich geförderten Dienstwagen. Stattdessen soll ein Bundesprogramm zur Förderung betrieblicher Mobilitätsbudgets geschaffen werden. Die geltende steuerliche Förderung von Dienstwagen bremst die Klimaschutzbestrebungen der Ampel-Koalition erheblich aus. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitenden die Wahlfreiheit geben können, indem sie alternativ zum Dienstwagen ein Mobilitätsbudget anbieten, beispielsweise bestehend aus Dienstfahrrad, BahnCard, JobTicket und einem Budget für Sharing-Angebote und Taxifahrten. So können innerhalb der Legislaturperiode mindestens eine halbe Millionen Dienstwagen durch klimaschonende und nachhaltige Verkehrsmittel ersetzt werden.

Berlin – Der Verkehrssektor in Deutschland stellt den Klimaschutz weiterhin vor große Probleme. Seine Emissionen sind zu hoch und sinken nicht. Dennoch fördern die geltenden steuerlichen Privilegien die Anschaffung und Nutzung emissionsintensiver Dienstwagen. Zwei von drei neuen Pkw werden in Deutschland gewerblich zugelassen. Geleaste Dienstwagen, vornehmlich große, übermotorisierte Fahrzeuge der oberen Segmente, gehen nach kurzer Haltedauer in den Gebrauchtmarkt und prägen daher den Pkw-Bestand über viele Jahre. Zudem ist ein Drittel der Wege in Deutschland berufsbedingt. Eine Abkehr von der aktuellen Dienstwagenpraxis ist dringend notwendig für die Minderung von klimaschädlichen Treibhausgasen im Verkehrssektor.

Mobilitätsbudgets sind eine moderne Möglichkeit, klimafreundliche Verkehrsmittel zu fördern und als Arbeitgeber einen Anreiz für Mitarbeitende zu bieten. Mobilitätsbudgets bündeln das Dienstfahrrad im Leasing oder Abo, ein steuerlich privilegiertes JobTicket für den ÖPNV, die BahnCard und ein flexibles Budget für Taxifahrten oder Car-, Fahrrad- und E-Scooter-Sharing in einer digitalen Lösung – je nach Lebenssituation können die Mobilitätsangebote flexibel ausgewählt und kombiniert werden. Dadurch wird ein umfassendes Mobilitätsangebot für alle Beteiligten mit einer besseren Klimabilanz geschaffen. „Statt sich auf ein Verkehrsmittel wie beispielsweise den Dienstwagen festzulegen, erhalten die Mitarbeitenden ein Budget für verschiedene Mobilitätsangebote und können frei wählen, wofür sie dies einsetzen. Diese Form der multimodalen Mobilität ist nicht nur effizient und klimaschonend, sondern entspricht inzwischen auch dem alltäglichen Mobilitätsverhalten der Menschen“, so VDV-Vizepräsident Knut Ringat.

Bislang bieten nur zwei Prozent der Unternehmen Mobilitätsbudgets an. Der Umstieg ist mit personellem und finanziellem Aufwand verbunden. Die neue Bundesregierung muss Unternehmen daher mit einem Bundesprogramm bei der Einführung von Mobilitätsbudgets helfen, so dass dienstliche Mobilität schnell und umfassend verändert werden kann. Denn auch ein alleiniger Antriebswechsel auf elektrisch betriebene Pkw-Flotten wird den umfassenden Anforderungen an nachhaltige Mobilität nicht gerecht. Die Einsparungen von CO2-Emissionen werden aus Klimasicht nicht ausreichen. Zudem würde auch der elektrifizierte motorisierte Individualverkehr unverhältnismäßig viel Fläche und Energie verbrauchen, wenn er in der heutigen Form weitergeführt wird. Stattdessen braucht es nachhaltige Mobilitätsalternativen, um den Pkw-Verkehr insgesamt zu verringern.

Dazu sagt Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene: „Viele Menschen in Deutschland wünschen sich Alternativen zum täglichen Stau auf der Straße. Der Staat setzt aber bis heute die falschen finanziellen Anreize. Ein Mobilitätsbudget stärkt den Klimaschutz und die Wahlfreiheit für die Menschen.

Wasilis von Rauch, Geschäftsführer Bundesverband Zukunft Fahrrad: „Die einseitige Fokussierung auf Dienstwagen ignoriert das Fahrrad und blockiert die Verkehrswende. Millionen übermotorisierte Autos sind das Resultat. Attraktiv gestaltete Mobilitätsbudgets können dagegen den Durchbruch für nachhaltige Mobilität von Beschäftigten bedeuten.“

Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverband CarSharing ergänzt: „Mit dem Mobilitätsbudget können Mitarbeiter*innen auf klima- und ressourcenschonende Verkehrsmittel setzen und dabei auch Pkw im CarSharing nutzen, wenn das notwendig wird. Das ersetzt die einseitige Bindung an den Dienstwagen durch maximale Wahlfreiheit.


Kontakt:

Allianz pro Schiene
Markus Sievers
030 24 62 599-20 oder 0162 21 15 364
markus.sievers@allianz-pro-schiene.de

Bundesverband Zukunft Fahrrad
Alexander Rosenthal
0151 42 02 64 13
alexander.rosenthal@bvzf.org

Bundesverband CarSharing
Benjamin Plank
030 30 36 79 72
benjamin.plank@carsharing.de

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen
Lars Wagner
030 39 99 32 14
wagner@vdv.de


Der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF)

Der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF) ist ein Zusammenschluss dynamischer und innovativer Unternehmen aller Bereiche der Fahrradwirtschaft: Dienstleister, Hersteller, Start-ups der Digitalisierung, Händler und Zulieferer. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Dienstleistungen. Als neue und etablierte Unternehmen in einem stark wachsenden und sich stetig verändernden Markt haben alle ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Mobilitätswende. Mehr Informationen unter www.zukunft-fahrrad.org.

Hier finden Sie die Pressemeldung als PDF-Datei.

Kontakt: Andrea Richter | presse@bvzf.org | Tel. 0160 79 58 027